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Eine gute Zuchtstätte



ACHTUNG: SEITE NOCH IM AUFBAU!

Jeder der sich intensiv mit dem Thema Welpenkauf auseinandersetzt weiß, dass es wichtig ist sich eine gute Zuchtstätte auszusuchen. Nur auf was genau ist zu achten? Nach unserer langjährigen Erfahrung in der Hundehaltung, Hundezucht und mit den verschiedensten Züchtern möchte ich hier einige Ratschläge mit auf den Weg geben.

Grund der Anschaffung

Zuerst einmal sollte man sich darüber Gedanken machen ob der Hund als reiner Familienhund gehalten werden soll, ob Sie ihn ausstellen möchten und / oder Sie später einmal züchten möchten. Entsprechend richtet sich die Entscheidung danach, ob der Hund zwingend dem Rassestandard entsprechen muss (dazu später mehr).

Grundsätzliches

Jeder kleine Welpe wirkt auf Hundeliebhaber niedlich und man möchte ihn am liebsten mitnehmen. Nur davon alleine sollte keine Kaufentscheidung abhängen. Deshalb empfehle ich jeden Käufer lange VOR dem Aussuchen eines Welpen die einzelnen Zuchtstätten zu besuchen, in Zeiten in denen keine Welpen im Haushalt leben, in der das erwachsene Rudel im normalen Alltag zu beobachten ist. Nur in dieser Zeit erleben Sie den wahren Charakter der Tiere, können das Wesen der Mutter kennenlernen und die Beziehung zu dem Halter. Jeder seriöse Züchter wird dies verstehen und selber positiv darauf reagieren, wenn Sie sich im Vorfeld genau informieren. Er wird sich die Zeit nehmen, Sie über die Rasse zu informieren und Ihre Fragen zu beantworten. Schreiben Sie sich diese ruhig vorher auf, um nichts zu vergessen.

Jetzt können Sie bei möglichen Allergien auch schon durch Mitnahme von Hundefell zu Hause in Ruhe testen ob ein Welpenkauf überhaupt in Betracht kommt. Sollte Ihnen ein Züchter davon abraten schon vorher die Zuchtstätte zu besuchen oder abweisend reagieren, weil es ihm Zeit kostet, dann lassen Sie die Finger davon und suchen weiter. Hier scheint dann das Interesse nur darin zu liegen so wenig wie möglich Arbeit zu haben, aber so viel wie möglich Gewinn zu erwirtschaften. Achten Sie hier auf Ihr Bauchgefühl: Hört man Ihnen zu, nimmt sich der Züchter die Zeit die Fragen zu beantworten oder reagiert er genervt oder gar ungehalten?

Ahnentafel ja oder nein - VDH ja oder nein

Die Frage ob der Hund nun Papiere haben soll oder nicht stellt sich immer wieder. Oft sind wir gefragt worden, ob wir nicht die Papiere weglassen können, da der Hund eh nicht ausgestellt wird. Diese Frage steht oft im Zusammenhang mit dem Preis, den sich der Käufer dadurch günstiger erhofft.

Hierzu folgendes: Das Papier selber ist nicht so teuer, als dass es für den Kaufpreis entscheidend wäre. Sehen Sie es eher als ein Zertifikat / eine Sicherheit dafür, dass die optimale Aufzucht kontrolliert wurde. Nur wer nach den Regeln des Vereins züchtet, nur wenn die Hunde zur Zucht zugelassen, die Zuchtstätte kontrolliert wurde und nur wenn im Hause des Züchters eine Wurfabnahme stattfand, werden die Papiere / die Ahnentafeln ausgestellt.

Auf die Ahnentafel verzichten würde ich eben aus diesen Gründen nicht. Nur wie immer im Leben gibt es auch hier Tücken. Es gibt Vereine, bekannt als freie Vereine, Dissidenzvereine, die nicht der FCI angehören und ihre eigene Zuchtordnung schreiben. Manchmal ist es nicht das Papier Wert auf dem es steht. Wir waren in insgesamt zwei Dissidenzvereinen Mitglied. Im ersten hätte man für alles eine Ahnentafel bekommen, was vier Beine hat. Im zweiten Verein, war das Züchten nur unter strengen Regeln möglich. Die Zucht wurde sehr intensiv überwacht, was ich durchweg als positiv empfunden habe. Es wurde auf den gesundheitlichen Aspekt ein großes Augenmerk gelegt und ebenso darauf, dass kein Betrug stattfinden konnte. In diesem Verein haben wir mit ruhigem Gewissen gezüchtet. Dass wir Ende 2019 dennoch ausgetreten sind, lag nicht an der Zuchtordnung sondern an den zwischenmenschlichen Problemen. Der OHFV war bis dato ein Verein, den ich jederzeit weiterempfehlen konnte und sollte er an seinen Zielen festhalten, so wie wir sie uns einst gesetzt haben, ist er das auch heute noch. Da ich darauf aber keinen Einfluss mehr habe und wenig bis keine Möglichkeit habe mir dies zu beobachten, möchte ich mich von einer Empfehlung distanzieren. Wer nicht im VDH züchten will, wäre bis vor kurzem gut beraten gewesen dort Mitglied zu werden. Für Pudelleute ist das allerdings seit neuestem nicht mehr möglich, da sich der Verein nur noch auf Bolonka Zwetna spezialisiert und anderen Rassen keine Chance gibt, da wohl keine Kompetenzen vorherrschen. Somit ist meine Empfehlung grundsätzlich nur noch der VDH mit seinen Pudelclubs. Wenn ich mir allerdings etwas wünschen dürfte, dann wäre es eine gute Zukunft für den OHFV, dass er seine Gemeinnützigkeit behält und seine strengen Regeln nicht vernachlässigt. Dies nur mal als Beispiel dafür, dass auch außerhalb des VDH´s gute Vorsätze zu finden sind.

Zu vergessen ist auch nicht, dass die Umsetzung der Zucht an jedem einzelnen Züchter selber liegt! Deshalb gibt es auch Züchter ohne Vereinsmitgliedschaft, die es besser machen als mancher Vereinszugehörige.

Zuchtstätte

Welpen, die sich optimal entwickeln sollen, benötigen ein sicheres, entspanntes Umfeld um ausgeglichene und gut sozialisierte Hunde zu werden. Jeder der sich einen Kleinhund und hier eben speziell einen Pudel wünscht, geht davon aus einen ausgeglichenen Familienhund zu erwerben.

Um dies zu erreichen, sind aber einige Grundvoraussetzungen notwendig. Eine Haltung in ausgelagerten Ställen oder in Zimmern fernab vom Familienleben, lässt einen Welpen nicht die nötige Erfahrung machen, die er braucht um gefestigt in ein neues Zuhause zu starten. Optimal ist das Aufwachsen des Welpen innerhalb der Züchterfamilie, umgeben von allen dort lebenden Personen und den dort lebenden anderen Artgenossen oder anderen Tieren. Nur dort kann er die typischen Alltagsgeräusche und alltäglichen Situationen kennenlernen. Es werden Besucher kommen, für den Welpen fremde Menschen mit einem anderen Auftreten als die seiner Züchterfamilie und den verschiedensten Altersklassen. Viele Hände werden ihn streicheln, Menschen werden auf ihn einreden, ihn hochheben. Es werden andere Hunde zu Besuch kommen, es klingelt das Telefon, es klingelt an der Haustür, es fällt etwas herunter, erwachsene Menschen und Kinder verhalten sich unterschiedlich, es wird sich langsam oder auch schnell bewegt. Der Züchter wird mit ihm mit dem Auto fahren, mit ihm spazieren gehen usw. All das sind Reize, mit denen ein Welpe im Familienalltag konfrontiert wird. Genauso wird er merken, dass am Abend Ruhe einkehrt und sich daran anpassen. In einem abgegrenzten Raum lernt er all dies nicht kennen.

Hinzu kommt, dass bei der Aufzucht innerhalb der Wohnung jeder Züchter selber stark daran interessiert ist, dass der Welpe stubenrein wird. Er wird ihn also nach dem Schlafen, nach dem Spielen, nach dem Fressen und bei den kleinsten Anzeichen nach draußen bringen, ihn loben und dadurch dafür sorgen, dass es für den Welpen das verständlichste der Welt wird seine Notdurft im Freien zu verrichten. Wachsen Welpen in abgegrenzten Bereichen auf, kann dies nicht wirklich gewährleistet werden.

Nun kann sich natürlich ein Züchter auch nur um eine bestimmte Anzahl von Hunden optimal kümmern. Und da sind wir schon beim nächsten Punkt:

Anzahl der im Züchterhaushalt lebenden Tiere

Schauen Sie genau, wie viele Tiere im Rudel vorhanden sind. Es spricht für den Züchter wenn er seine Hunde nach abgeschlossener Zuchtperiode nicht verkauft, sondern als "Rentner" bei sich behält. Nur wenn es an der Tagesordnung liegt, dass Hunde sofort verkauft werden, sobald sie als Zuchthund nichts mehr taugen, sollte man Abstand nehmen. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Züchter nur so lange seine Hunde behält, solange sie ihm genug Geld in die Kasse bringen. Ich möchte dies nicht verallgemeinern und Züchtern Unrecht tun, denn es kommt immer auf die Situation und die Umsetzung an. Dennoch ist hier ein Augenmerk darauf zu richten. Generell sollte aber klar sein, dass eine Massenhaltung nicht dafür geeignet ist um sich jedem einzelnen Tier so zu widmen, wie es für eine liebevolle Aufzucht notwendig ist. Im Sinne der Tiere sollten solche Zuchtstätten nicht gefördert werden.

Sozialisierung

Über dieses Thema werden Sie sehr viel Lesestoff finden. Immer wieder wird erwähnt, was der neue Besitzer alles tun muss um seinen Welpen zu sozialisieren. Mein Rat an alle neuen Hundehalter: Lasst den Welpen lieber einige Wochen länger beim Züchter. Er kann dort gut und gerne 3 Monate verbleiben. Nur dort, nämlich im gemeinsamen Spiel mit Geschwistern, mit Eltern und den dort lebenden Artgenossen, wird er optimal sozialisiert. Das Maßregeln, so wie es das Muttertier tut, das Erlernen mit Stresssituationen klarzukommen, weil Geschwister schneller am Futternapf sind oder im Kampf den jeweils anderen unterordnen - all das kann ein Mensch niemals gewährleisten. Nehmen Sie dem Welpen nicht diese Erfahrungswerte, in dem Sie ihn schon mit 8 Wochen aus dem Rudel nehmen. Ein guter Züchter wird dies auch nicht wollen. Mit jeder Woche die er noch in seiner Hundefamilie leben darf, wird er sozial stabiler, weiß sich zu behaupten und kommt als ausgeglichener Welpe zu Ihnen mit den besten Voraussetzungen für einen langjährigen angenehmen Familienhund.

Pflege

Schon bei den ersten Besuchen der Züchterfamilie achten Sie auf den Pflegezustand der vorhandenen Hunde. Es ist nicht wichtig, dass sie einen Hund wie auf der Ausstellung vorfinden. Im Gegenteil, denn dies würde bedeuten, dass der Hund nur als Modepüppchen auf dem Sofa sitzt. Aber ein normales Maß an Pflege sollte zu erkennen sein. Ist es das nicht, nehmen Sie Abstand. Verfilzte Hunde sind kein Aushängeschild.

Gesundheit

Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Gesundheit. Lassen Sie sich aufklären über die rassetypischen Probleme und darüber welche Maßnahmen der Züchter ergriffen hat, um Erbkrankheiten zu vermeiden. Der Zwergpudel kann beispielsweise leiden unter Patella Luxation (Erkrankung der Kniescheibe). Hierfür müssen die Elterntiere ärztlich untersucht werden. Nur wenn sie frei von dieser Erkrankung sind, gehören sie in die Zucht. Achtung: Es gibt Vereine, die Hunde bis zu einem gewissen Grad der Patella dennoch zuchttauglich schreiben. Weiterhin gehört hier zu den Erbkrankheiten die PRA (Ablösung der Netzhaut). Hierfür gibt es Gentests, die bescheinigen ob der Hund von dieser Erbkrankheit betroffen ist. Ist "nur" ein Elternteil Träger dieser Erkrankung, wäre der Welpe rein theoretisch möglicherweise auch "nur" Träger und die Krankheit würde nicht ausbrechen. Dennoch ist dies reine Theorie. Ein gewissenhafter Züchter ist interessiert daran, diese Erbkrankheit zu unterbinden und wird auf eine Zucht mit diesem Tier verzichten. Schauen Sie sich die Bescheinigungen an, lassen Sie sich eine Kopie geben und wenden Sie sich ruhig vertrauensvoll an einen Tierarzt. Er ist unabhängig vom Züchter und wird Sie entsprechend beraten. Es gibt noch mehr Erkrankungen die es Wert sind besprochen zu werden. Deshalb ist das kein Thema welches Ihr Züchter mal so nebenbei erwähnen sollte. Ein Pudel hat eine Lebenserwartung von bis zu 17 Jahren. Eine lange Zeit also in der er Sie begleiten wird. Und schon alleine deshalb lohnt es sich jeden noch so kleinen Aspekt abzusprechen.

Dass der Welpe entwurmt und geimpft aus dem Haus geht ist selbstverständlich. Nur achten Sie darauf, dass es zu keiner "Entwurmungsorgie" kommt. Von einer Entwurmung ab der zweiten Lebenswoche und dann im 14 tägigen Abstand halte ich nichts. Es ist Chemie die der kleine Welpe verarbeiten muss und welche die Darmflora schädigt. Im schlechtesten Fall haben Sie einen Hund mit chronischem Durchfall. Also: Entwurmen ja, aber nicht permanent.

Besuche

Klären Sie ab wie oft und ab wann Sie die Welpen besuchen dürfen. Es gibt Züchter, die der Meinung sind, vor der 4. Woche darf wegen der Infektionsgefahr kein Besuch empfangen werden. Diese Einstellung kann ich nicht teilen. Eine gesunde Hündin gibt durch die Muttermilch genug Abwehrstoffe mit auf den Weg, so dass Besuchen nichts entgegensteht. In meinen Augen sind das nur Ausflüchte, um sich nicht eher mit den Käufern auseinandersetzen zu müssen. Man muss ja nicht gleich in der ersten Woche zum Züchter gehen. Ein bisschen Ruhe darf man der Mutter schon gönnen, denn auch sie muss sich an die neue Situation gewöhnen. Danach sollten aber jederzeit Besuche möglich sein. Und auch wenn ich jetzt schon die "Aufschreie" so mancher Züchter höre - bei uns sind alle Welpen gesund großgeworden, ohne Isolierung vor fremden Menschen.

Welcher Welpe soll es sein?

Wenn nun alles passt, die Zuchtstätte, die Elterntiere selber und sich ein Vertrauensverhältnis zum Züchter gebildet hat, dann geht es an die Wahl des Welpen. Ein seriöser Züchter wird sie sofort von der Geburt informieren und Ihnen gerne Fotos zukommen lassen bzw. Sie über die Entwicklung informieren. Eine sofortige Entscheidung für den bestimmten Welpen wird keiner von Ihnen verlangen. Warten Sie in Ruhe ab bis die Welpen ihre ersten Schritte tun, bis sie anfangen miteinander zu kämpfen. Fotos sagen nichts aus über das Wesen des Welpen. Der Züchter wird Sie aber unterstützen, indem er Ihnen mitteilt, welche Charakterzüge der jeweils einzelne Welpe hat. Dies wird von Woche zu Woche deutlicher. Nehmen Sie sich die Zeit und setzen Sie sich zu den Welpen. Lassen Sie diese auf sich zukommen. In den meisten Fällen sucht sich der Hund seine neue Familie aus. Sie werden sehen, dass genau bei diesem Welpen die Chemie zu Ihnen am besten stimmt.

Vielleicht habe ich Ihnen mit diesen Ausführungen einen kleinen Wegweiser mitgeben können. Es sind nur Ratschläge und meine ganz eigene Sicht. Geben Sie dem Züchter einen Vertrauensvorschuss, aber schauen Sie auch nach rechts und links.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach Ihrem Vierbeiner und drücke Ihnen für eine wunderschöne und aufregende Zeit die Daumen. Auch wenn wir vorerst nicht mehr züchten, so können Sie mich dennoch jederzeit kontaktieren.


Muss ein Hund dem Rassestandard entsprechen ...

... oder ist es Zeit für ein Umdenken?

Hierbei komme ich nochmal auf den Grund der Anschaffung zurück. Soll ein Hund für die Ausstellung geeignet sein und in der Zucht eingesetzt werden, kommt man bislang nicht umhin sich intensiv mit dem Rassestandard auseinanderzusetzen um einen dementsprechenden Welpen zu kaufen. Die Elterntiere und deren Ahnen sind dabei zwecks Vererbung genau unter die Lupe zu nehmen.

Spätestens seitdem ich mich intensiv mit der Rassehundezucht beschäftigt habe, beschäftige ich mich auch mit der Rassegesundheit und dem Wesen der Tiere. Nicht immer passt alles zusammen. Und spätestens seit diesem Wissen stellte sich mir immer mehr die Frage was wichtiger ist. Ein Hund der voll im Standard liegt, an dessen Ahnen so lange herumgezüchtet wurde, bis er dem optischen Ziel immer näher kommt? Oder ein Tier welches kerngesund ist und ein wunderbares Wesen hat? Nun mag manch einer sagen - der Hund muss alles vereinen. Gut, das mag es geben und besser geht es dann nicht. Oftmals ist das aber eben nicht so. Ich habe genug Hunde kennengelernt, die optisch perfekt waren oder zumindest nahe dran. Entweder aber sie zeigten Wesensauffälligkeiten oder im Laufe der Jahre gesundheitliche Defizite. Man mag dabei nur an Bulldoggen denken. Was für Vertreter mir auf Ausstellungen zum bewerten vorgestellt wurden spottet dabei jeder Beschreibung. Es gab Exemplare, die voll im Standard lagen, die all das widerspiegelten was sich optisch gewünscht wird. Das war´s dann aber auch. Denn weit laufen durften diese Tiere nicht, dann wären sie umgekippt ... vor Atemnot. Und damit wurde dann gezüchtet. Achtung Ironie mit ernstem Hintergund: Man kann ihnen ja die Nasenlöcher aufboren lassen. Ernsthaft: Sowas wird getan! Bei den Möpsen gibt es dazu ebenfalls mehr als genug Beispiele. Und dann gibt es jene Züchter, die versuchen diesen Missständen entgegenzuwirken indem sie freiatmende Hunde züchten. Nur ausstellen dürfen sie diese nicht, weil sie nicht perfekt im Standard stehen und mit Papieren züchten dürfen sie auch kaum.

Dann gibt es z.B. hübsche Kleinhunde, Schoßhunde oder wie auch immer. Die wissen sich im Ring zu bewegen, zeigen sich optisch als ein wunderschöner Rassevertreter. Der Züchter ist stolz wie Oskar darauf was für einen tollen Hund er da an seiner Seite hat. Verständlich, wer wäre es nicht? Wenn nicht dann der fiese Charakter käme und die Unverträglichkeit mit Artgenossen, vielleicht sogar innerhalb des Rudels. Auf der einen Seite kann es sicher erziehungsbedingt grundsätzlich schiefgelaufen sein, auf der anderen Seite ist es ein nicht zu vertretender Mangel im Wesen. Aber ... es wird natürlich gezüchtet. Wie auch sonst, wenn das Hundel doch so hübsch ist. Oder das Tier ist aggressiv gegen Menschen, schlimmstenfalls sogar gegen Kinder. Egal, (Ironie an) die Schuld liegt natürlich nicht beim Hund, sondern nur am Kind. Hat bestimmt mal schlechte Erfahrungen gemacht - der Hund. Das Kind wars, was das Problem ausgelöst hat. Und künftig will Hund das Rudel vor dem Kind beschützen. Tja, und damit darf dann natürlich weitergezüchtet werden. Ist ja erworben, nicht angeboren. Dann müssen halt künftig alle Kinder stramm stehen, wenn sie sich bei Hundi aufhalten, dürfen nicht rennen, müssen sich ganz langsam bewegen, sonst sind sie selbst Schuld am Biss dieses Hundes. (Ironie aus) Und jetzt wieder ernsthaft: Natürlich darf kein Kind einem Hund Verletzungen zufügen. Aber es darf auch nicht sein, dass für die Zukunft der Rest der Kinderschar darunter zu leiden hat und sich gar diesem Hund unterzuordnen hat, nur weil der Halter zum Maßregeln nicht im Stande ist oder gar noch das Verhalten des Tieres rechtfertigt. Und noch weniger kann es sein, dass mit solchen Wesenszügen gezüchtet wird, nur weil das Erscheinungsbild so prima ist.

Unser eigener Rüde ist auch nicht ein Vertreter der alles vereint. Er ist optisch super, zumindest war er das in jungen Jahren. Ein Vetreter seiner Rasse, auf den wir oft angesprochen wurden, der gute Preise erhielt und sich dies auch verdient hat. Er ist / war unser erster Hund und bei der Erziehung wurden viele Fehler gemacht. Nur manches Verhalten liegt nicht an der Erziehung, sondern ist ganz einfach sein eigener Charakter. Heute würde ich mit ihm nicht mehr züchten, eben aus diesen Gründen. Mit reichlich 6 Jahren wurde er unfruchtbar - ohne dass es dafür Gründe gab. Und mit nun 12 Jahren sieht er nichts mehr, obwohl die typischen Augenkrankheiten per Gentest ausgeschlossen wurden. Ein Grund ist nicht zu finden. Ist das die Quittung für die "Schönheit"? Züchten um der Schönheit Willen ... um jeden Preis?

Ich habe mir im Laufe der Jahre viele Bemerkungen anhören müssen, warum wir Harlekinwürfe (schwarz-weiß) dulden, wo doch klar ist, dass bei dem ein oder anderen im weißen Bereich farbliche Tupfer entstehen. Sicher ist dies nicht optimal, aber stört das so wenn der Hund ein reiner Familienhund werden soll und wir kein Interesse daran hatten unsere Hunde an Züchter zu verkaufen? Dafür sind sie lieb im Wesen und vorallem kerngesund. Und wenn man sich von diesen schimpfenden Züchtern dann deren Hunde anschaut, die doch im Rassestandard liegen, aber bei den Nachkommen Missbildungen durchaus akzeptiert werden, indem man mit diesen Tieren weiterzüchtet, dann ist das besser?

Das alles sind nur reine Denkanstöße und ich möchte niemanden mit meinen Äußerungen angreifen oder irgendwie schädigen. Wer sich wiedererkennt kann richtig liegen, muss es aber nicht. Manch einer tut eben alles um offiziell Erfolg zu haben. Sie kennen sicher auch Menschen denen Prestige über alles geht und die sogar Freundschaften aufs Spiel setzen, nur um ihr Ziel zu erreichen. Und so ist ist es auch in der Hundezucht. Erfahrungswerte eben, die man im Laufe seines Leben macht oder machen muss.

Allen Interessenten an einem Hund gebe ich den Rat sich nicht vom Weg abbringen zu lassen wenn es um Äußerlichkeiten geht. Mein Tierschutzverständnis sagt mir immer noch, dass die Gesundheit das Wichtigste ist, weil es ein glückliches Zusammenleben ermöglicht und zwar für beide Seiten.

Aus diesen aufgeführten Gründen unterstütze ich den Dortmunder Appell .


















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